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02.02.2012, 19:31 Uhr
Presseerklärung der CDU Soltau zum Heidekreis-Klinikum
Die CDU Soltau begrüsst die Entscheidung des Kreistages vom 31. Januar 2012, die Kinderstation am Soltauer Krankenhaus nicht zu schliessen und 250.000 € bereitzustellen, damit bis Ende des Jahres eine wirtschaftlich und medizinisch tragfähige Lösung für eine pädiatrische Versorgung mit perina-talem Schwerpunkt gefunden wird.
Wir bedanken uns beim Aufsichtsratsvorsitzenden der Heidekreis-Klinikum GmbH, Hermann Norden, für seinen ausserordentlichen Einsatz.
Die Gruppe von CDU/Grünen/UWG im Kreistag hat gezeigt, dass sie alle Chancen nutzen will, den Kompromiss vom 2. September 2011 umzusetzen. Den Beschluss sehen wir als positives Signal für das Klinikum, für einen wachsenden, familien-freundlichen Landkreis und für die Glaubwürdigkeit der Kreispolitik.
Wir bedanken uns beim Aufsichtsratsvorsitzenden der Heidekreis-Klinikum GmbH, Hermann Norden, für seinen ausserordentlichen Einsatz.
Die Gruppe von CDU/Grünen/UWG im Kreistag hat gezeigt, dass sie alle Chancen nutzen will, den Kompromiss vom 2. September 2011 umzusetzen. Den Beschluss sehen wir als positives Signal für das Klinikum, für einen wachsenden, familien-freundlichen Landkreis und für die Glaubwürdigkeit der Kreispolitik.
- Die CDU Soltau kämpft für zwei kommunale, gleichwertige Krankenhäuser in Soltau und Walsrode. Wie wichtig dabei aus Sicht der Einwohner eine leistungsstarke und wohnortnahe medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist, hat nicht zuletzt das Bürgerbegehren gezeigt. Die Kinderstationen und die geburtshilflichen Abteilungen sind die Visitenkarten von Kliniken und tragen wesentlich zum positiven Image und zur breiten Akzeptanz von Krankenhäusern bei. Deshalb wäre es zu kurz gedacht, neue Bereiche wie eine Geriatrie aufzubauen und gleichzeitig die Leistungen für Kinder und Familien einzuschränken. So würden wir die negative demographische Entwicklung im Landkreis nicht bremsen, sondern nur beschleunigen. Aus unserer Sicht gibt es kaum ein besseres Mittel gegen eine sinkende Einwohner- und Geburtenzahl, als an beiden Standorten des Klinikums eine Geburtshilfe und eine Kinderstation zu erhalten.
- Die Kinderstation und die geburtshilfliche Abteilung in Soltau haben in den letzten Jahren Gewinne erwirtschaftet oder höchstens marginale Verluste verursacht. Insofern ist es hochproblematisch, bei der Umstrukturierung gerade in Bereichen anzusetzen, die stabil sind und bei denen im Fall einer Schliessung – laut Gutachtern – mit besonders hohen Abwanderungsquoten zu rechnen ist. Besonders zu beachten ist die starke Verzahnung zwischen Geburtshilfe und Perinatologie: Ohne eine Kinderstation, auf der Frühgeborene angemessen versorgt werden können, dürfen keine Risiko-schwangerschaften und keine Schwangerschaften vor der 36. Schwangerschaftswoche entbunden werden. Somit würde die Schliessung der Kinderklinik in Soltau nicht nur zu einem Verlust an Versorgungssicherheit, sondern auch zu einem erheblichen Rückgang der Geburtenzahl führen. Wirtschaftlich hätte dies signifikante Folgen: Es wäre mit Erlösverlusten zu rechnen, die deutlich höher lägen als die möglichen Mehrkosten zum Erhalt der Kinderstation mit perinatalem Schwerpunkt.
- Mit dem Kompromiss „C plus“, der vom Kreistag am 2. September 2011 mit grosser Mehrheit beschlossen wurde, war ein Neuanfang verbunden. Grundlage des Kompromisses war eine Ver-einbarung zwischen Kreis- und Stadt-CDU. Danach soll an beiden Krankenhausstandorten eine vollwertige medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen einschließlich perinatalem Schwerpunkt gewährleistet werden; im Fall von organisatorischen oder räumlichen Veränderungen ist ein bruchloser Übergang sicherzustellen. Diese Vorgaben wurden von den Gutachtern aufge-nommen. Nach Prüfung von drei Optionen empfahlen die Experten die Lösung „C plus“ als machbare und tragfähige Lösung. Die CDU Soltau vertraut den Aussagen der Gutachter – und fragt sich nun zum Beispiel, warum bei der Umsetzung die Gutachter nicht weiter eingebunden wurden und wieso es plötzlich heißt, dass die Ärztekammer die Weiterbildungszeiten für pädiatrische Assistenzärzte nicht anerkennt, obwohl eine solche Anerkennung in anderen Abteilungen unter ähnlichen Bedingungen möglich ist. Aus unserer Sicht wäre es fatal, wenn der Eindruck entstehen würde, dass nicht alles versucht wurde und versucht wird, den Kompromiss umzusetzen. Zu Recht würden sich dann die Menschen, die das Bürgerbegehren – wie wir - unterstützt haben, betrogen fühlen. Deshalb fordern wir mehr Transparenz und präzisere Informationen durch Geschäftsführung und Aufsichtsrat!
- Mit dem Beschluss vom 31. Januar 2012 hat sich der Kreistag zum Kompromiss bekannt – und damit deutlich gemacht, dass er „C plus“ so umfassend und genau wie möglich umsetzen will. Um dem Heidekreis-Klinikum zu helfen und ggf. Mehrkosten im Bereich der Soltau Kinderstation aufzufangen, stellt er einmalig in diesem Jahr 250.000 € zur Verfügung – also einen Betrag, der unter dem liegt, was die Abstimmung über Plan C und Plan D gekostet hätte. Der Kreis leistet mit dieser Summe eine Anschubfinanzierung und Überbrückungshilfe; und indirekt verhindert er so, dass es durch die Schließung der Soltauer Kinderstation zu massiven Erlösverlusten bei der Geburtshilfe kommt. Deshalb ist die CDU Soltau davon überzeugt, dass der Beschluss dem Klinikum in mehrfacher Hinsicht hilft – wirtschaftlich, aber auch mit Blick auf die Akzeptanz der Umstrukturierungen in der Bevölkerung. Denn ohne Akzeptanz - ohne dass die Menschen ein positives Bild von ihren Krankenhäusern haben und den Verantwortlichen vertrauen - ist kein Erfolg möglich!
aktualisiert von Peter Hoppe, 03.02.2012, 19:39 Uhr
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